Erdöl
Die Entstehung von Erdöl begann vor ca. 200 Millionen Jahren.
Ausgangsmaterial sind Reste organischer Substanzen von Pflanzen und Kleinstlebewesen, welche in unvorstellbaren Mengen in die damaligen Meere der Erde versanken. Erdöl besteht aus einer Mischung von Kohlenwasserstoffen und findet sich in Tiefen von z.B. 500 m ( St. Ulrich / Zaya) bis 2500 m unter der Erde.
Zusammensetzung von Erdöl:

Neben Kohlenstoffen ( 83-87 Gew %) enthält Erdöl zudem noch Wasserstoff
( 11-15 Gew %), sowie in geringen Mengen Sauerstoff, Schwefel und Stickstoff. Zusätzlich finden sich im Erdöl meist sehr geringe Mengen an Aschebestandteilen, sowie weitere chemische Verbindungen. Insgesamt hat man bis heute ca. 500 Komponenten entdeckt, die im Erdgas vorhanden sein können.

Im ehemaligen Kronland Galizien der Donaumonarchie (heute Westukraine) begann 1854 das Erdölzeitalter, indem dort zahlreiche Schächte gegraben wurden, um daraus Erdöl zu schöpfen und Erdwachs abzubauen. Durch diese dort leicht zu erschließenden und überaus ergiebigen Vorkommen bestand keine Notwendigkeit, in anderen Teilen des Reiches nach
Erdöl zu suchen.

1912 war die Österreich – Ungarische Monarchie mit 2,88 Mill. Tonnen, welche praktisch ausschließlich aus Galizien stammten, das drittgrößte Ölförderland der Erde.

Der Beginn in Österreich
Durch den 1. Weltkrieg war Österreich von den galizischen Ölvorkommen abgeschnitten.
Eine umfangreiche Prospektion nach Kohlenwasserstoffen in Österreich begann, brachte aber vorerst nur Zufallsfunde, die kaum geeignet waren, die Abhängigkeit von teuren Importen zu vermindern. Erst mit der Erschließung der Ölfelder RAG 1937, Gaiselberg 1938, St. Ulrich- Hauskirchen 1938 und Van Sickle -Plattwald 1939 (alle rund um das Städtchen Zistersdorf
gelegen) wurde eine bedeutende Erdölproduktion erreicht.

1945 wurden die Ölfelder von den Russen beschlagnahmt und der Russischen Mineralölverwaltung unterstellt, aus der 1955 die ÖMV hervorging. Es setzte eine rege Bohrtätigkeit ein.

Österreich war bis in die 60er- Jahre bei Erdöl Selbstversorger.

Heizöl Schwer besteht aus verschiedenen Rückstandsölen, die jedoch nicht ohne weiteres zusammengemischt werden dürfen, da für den Betreiber einer Heizöl Schwer- Heizungsanlage aufgrund ihrer großen Wärmeleistung verstärkte Auflagen in punkto Emissionswert erfüllt werden müssen (z.B. Dampfkesselemissionsgesetz). Aufgrund seiner Zusammensetzung ist Heizöl Schwer ein hochviskoses Heizöl, dessen Pourpoint so hoch ist, dass es unter normalen Umwelttemperaturen (20 bis 30 Grad C ) bereits zähflüssig bis fest sein kann. Es muß daher über 50 Grad C erwärmt werden, damit es überhaupt manipulierbar (pumpfähig) ist.
Die OMV erzeugt seit Beginn des Jahres 1985 ein schwefelarmes Heizöl Schwer, dessen Schwefelgehalt mit max.1,0 % limitiert ist.
Die Auslieferungsqualität entspricht den Bestimmungen der ÖNORM C 1108 und der Lieferspezifikation.

Heizöl Leicht ist ein rein österreichisches Produkt! Es wird vorwiegend aus dem in Matzen (NÖ) geförderten Rohöl hergestellt, wodurch eine extrem hohe inländische Wertschöpfung gegeben ist.

Heizöl Leicht ( HL) ist ein genormtes Produkt (ÖNORM C 1108) und findet seinen Einsatz in größeren Objekten wie Schulen, Krankenhäusern, Gewerbebetrieben etc. Der Heizwert liegt bei 11,64 kWh/kg bzw. bei ca. 10,7 kWh/Liter.
Heizöl Leicht hat bei 100° C optimale Betriebseigenschaften und wird deshalb auf diese Temperatur elektrisch vorgewärmt.

Heizöl Extra Leicht (HEL) ist ein genormtes Produkt (ÖNORM C 1109). Das gemäß Gasölkennzeichnungsverordnung vom 18.12.2001 rot gefärbte HEL weist einen Heizwert (HU) von mind. 11,9 kWh/kg auf. Umgerechnet auf Liter beträgt der Heizwert rund 10 kWh/Liter. HEL ist ein reines Destillatprodukt und zeichnet sich durch besonders hohe Reinheit aus. In modernen Ölzentralheizungsanlagen verbrennt HEL deshalb rückstandsfrei und emissionsarm und braucht einen Vergleich mit anderen Energieträgern nicht zu scheuen!
Das in Österreich verwendete HEL, welches überwiegend in der Raffinerie Schwechat erzeugt wird, darf nur einen max. Schwefelgehalt von 0,10% Masse aufweisen.
Für die Öl-Brennwerttechnik gibt es ab der 2. Jahreshälfte 2002 eine zusätzliche, genormte Qualität mit max. 50 ppm Schwefel (0,005 % Masse).

Heizöl Extra Leicht wird vorwiegend zur Beheizung von Ein- und Mehrfamilienhäusern im kleinen Leistungsbereich (unter 70 kW Kesselleistung) eingesetzt.

Die Heizung benötigt im Haushalt die meiste Energie. Am Gesamtverbrauch ist sie im Durchschnitt mit über 70 % beteiligt. Deshalb sollte eine Heizungsanlage energiesparend, technisch auf dem neuesten Stand und bedienerfreundlich sein.
Heizöl ist in Österreich nach wie vor der mit Abstand bedeutenste Energieträger für die Wärmeerzeugung in Privatwohnungen: in 26,7 % aller Haushalte bzw. in rund 45 % aller Zentralheizungen sorgt Heizöl für die notwendige Behaglichkeit während der kalten Jahreszeit!

Die Ölheizung hat nach wie vor einige Vorteile gegenüber anderen Heizsystemen:
Man ist nur bedingt abhängig und kann beim Brennstoffkauf handeln, hat meistens einen Jahresvorrat im Tank und hat ein langlebiges, technisch relativ unkompliziertes Heizsystem im Haus.
 

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